Chorleiter:
Tobias Burann-Drixler
Tel.: 0172/7089295
E-Mail: tobias.drixler@gmx.de

1. Vorsitzender:

Dr. Jürgen Reichardt
Tel.: 08232/73268
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2. Vorsitzende:

Martina Maisterl
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Stimmbildner:

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Pressereferentin:

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Landsberger Tagblatt, 13.11.2004

Mozarts letzte große Werke

Konzert im Dießener Marienmünster - Ein sicheres Orchester und einfühlsame Solisten
Von unserer Mitarbeiterin

Luise Förg

Dießen
Mozarts letzte große Werke, so könnte das Programm lauten, das im Marienmünster Dießen zur Aufführung gelangte. Wurde doch das A-Dur Konzert für Klarinette (KV 622) und das Requiem (KV 626) dargeboten. Während das Klarinettenkonzert, dessen Autograph verloren ist, als das letzte große vollendete Werk Mozarts gilt, waren die wirklich letzten Noten, die Mozart zu schreiben vermochte, für das Requiem bestimmt, das er nicht mehr vollenden konnte.

Beides zusammen in einem Konzert erklingen zu lassen, bedeutet gleichermaßen das Spektrum Mozarts Musik zu erleuchten: Kantabilität und Leichtigkeit, Perfektion und Tiefgründigkeit. Bereits zu Beginn des Allegros zeigte sich das Orchester des Marienmünsters, angeführt von dem erwähnenswerten Konzertmeister Günther Ludcrer, von seiner besten Seite: Klangvoll und dennoch leicht, duftig und konzentriert in seinen Abphrasierungen. Ebenso harmonisch der Einstieg des Solisten Frank Strodel. Obwohl noch sehr jung, bedarf sein technisches Können keiner genaueren Beschreibung, er hatte es einfach, nichts stand seinem Musizieren im Wege.
Harmonische Zwiesprache
So konnte das Orchester mit dem Solisten in eine vom Dirigenten Tobias Drixler (Leiter des Kammerchores Schwabmünchen) gut geführte harmonische Zwiesprache treten. Herausragend dabei die sehr gelungenen Zäsuren und Übergänge. Im Adagio erklang wiederum ein schönes Piano in großen Linien von der Soloklarinette, das an vielen Stellen ein unglaublich diszipliniert leise spielendes Orchester aufgriff.
Der abschließende Rondo-Satz zeigte ein spielerisch leichtes, in den Läufen sicheres Orchester und einen wiederum einfühlsamen Solisten. Sofort im Anschluss übernahm Franz Günthner, der auch die Gesamtleitung des Konzertes inne hatte, das Dirigentenpult. Von Anfang an forderte er sehr engagiert eine deutliche Deklamation vom Chor. Dieser bestand aus dem Kammerchor Schwabmünchen und dem Chor des Marienmünsters. Günthner ließ das „dies irae" und einige andere Stellen in leicht romantisch anmuten der Dynamik wiedergeben, was, da er dieses Mittel nur selten einsetzte, der Aufführung eine besondere Note gab.
Viel Hingabe
Selbst wenn bei einem vorwiegend von Laien besetzten Chor nicht immer alles ganz präzise sein kann und muss, so ist es doch erfreulich, mit welcher Hingabe musiziert wurde und wie Günthners hörbar Arbeit Früchte trägt.
Heikle Stellen
Im Laufe des Konzertes nahm der Chor an Sicherheit und Klangqualität zu, ausgezeichnet die wunderbaren aber heiklen Stellen „salva me", „Voca me" und das Pianissimo im “dona eis Requiem" mit dem anschließenden Sopraneinsatz. Besonderes Lob verdienen die jungen Solisten: Tyler Duncan (Bariton) mit seiner angenehmen, nicht zu dunklen und dennoch auch in tiefen Lagen mühelos beherrschten Stimme, die strahlende Sopranstimme von Kumoko Koike, die schon, warme, in den Lagen ausgeglichene gekonnt geführte, Altstimme von Stephanie Hampl (sie befindet sich noch in Studium) und der schön tembrierte Tenor von Klaus Steppberger.
Bemerkenswert und ein Genuss, die Soloquartettpassagen („Tuba mirum", „Recordare", „Benedictus") da die Stimmen gut zueinander passten, die Sänger sehr einfühlsam und cantabel mit einander musizierten. Ein weiterer Höhepunkt der Requiemwiedergabe war das „Lacrymosa". Der Dirigent führte den Chor zum Ende des „Confutatis" konsequent in ein Pianissimo, worauf er sofort ein dynamisch differenziertes, wunderbar fließendes und dennoch schlichtes „Lacrymosa" anschloss. Die ersten acht Takte dieses Satzes gelten als die letzte Musik, die Mozart komponierte. Das Publikum dankte allen Künstlern mit anhaltendem Applaus für die schöne Musik an diesem grauen Herbstnachmittag.


Starnberger Merkur, 9.Nov 2004


Balsam für Leib und Seele
Münsterkonzert mit Frank Strodel

VON ANDREAS BRETTING

Dießen
Wenn draußen auch der erste Tag mit Schneeregen angebrochen war, so sorgte doch das warme Licht im Marienmünster für eine Seelenaufhellung. Dazu verwöhnten die Münsterkonzerte am Sonntagabend zum siebten Mal in diesem Jahr auch den Hörsinn. Ganz besonders galt dies für das einleitende Klarinettenkonzert KV 622 von Wolfgang Amadeus Mozart, das vom Orchester des Münsters und vom Solo-Klarinettisten Frank Strodel bestritten wurde.

Leicht und doch mit würdevoller Gelassenheit setzte das Ensemble das „Allegro" in Szene. Unter der Leitung des Bobingers Tobias Drixler ließ das Orchester übertriebene Effekte aus und gelangte stattdessen zu einem überaus harmonischen Zusammenklang. Im zweiten Satz begeisterte die geradezu majestätische Gelassenheit, in der zunächst die Bläser das wiegende Motiv zeichneten. Bald darauf führte Strodel die Melodie in zart fühlender Genauigkeit weiter und erreichte auf seinem Instrument ein fast balsamisches Spiel. Als solle von seiner Klarinette eine Botschaft voller innerer Ruhe und Schönheit fließen, nahm Strodel seine Modulationen zu sanfter Zartheit zurück. Dem gebürtigen Lindauer gelang es an diesem Abend, die ganze Schönheit seines Instrumentes zu zeigen, ohne sich dabei übertrieben zu exponieren.
Von ganz anderem musikalischen Charakter war das anschließende Mozart-Requiem. Von besonderer Bedeutung war hier der Chor, der sich neben dem Dießener Münsterchor aus Mitgliedern des Kammerchores Schwabmünchen zusammensetzte. Zumeist konnte das Vokalensemble seinen Aufgaben gerecht werden. In kraftvollem Stakkato-Gesang stießen die Choristen das „Dies irae" aus und konnten doch auch zu halber Kraft und anbetender Demut gelangen wie etwa im „Saiva me". Die von Franz Günthner geleiteten Sänger bestachen durch große Präzision, hätten zur wuchtigen Wirkung allerdings in manchen Kanonsätzen noch ein Plus an Männerstimmen gebraucht. Umso schöner gelang der Schluss, der das aufgeregte Singen von der Ewigkeit als große Unbegreiflichkeit im Raum stehen ließ. Zusätzliche interpretatorische Gestalt wurde dem Requiem durch die vier Solisten verliehen. Die Trennschärfe zwischen den Stimmlagen wurde durch die Sopranistin Kumiko Koike und die ausgesprochen tief artikulierte Altistin Stephanie Hampl aufs Beste genutzt. Auch Tyler Duncan überzeugte als Bass, wobei die Baritonstimme von Klaus Steppberger unter allen Vokalisten am weitesten trug.

 


Klangfülle unterm Diessener Himmel

Mozart-Requiem füllt Marienmünster - Kooperation von Münsterchor und Kammerchor Schwabmünchen

DIESSEN.- Der Künstlerort im Pfaffenwinkel hat wieder einmal seinem Namen alle Ehre gemacht: Die siebte Veranstaltung In der Reihe der Diessener Münsterkonzerte 2004 bescherte wieder ein vollbesetztes Marienmünster, sogar im Vorraum waren noch Sitzmöglichkeiten aufgestellt worden. Das Publikum - orientierte man sich an den Kfz-Kennzeichen auf den Parkplätzen rund ums Kirchenzentrum - reiste vor allem aus dem Raum München an, aber auch aus Starnberg und dem Oberland. Der Ruf, den Dießens Kirchenmusik seit langem hat, legte erneut mit musikalischen Höhepunkten und hochkarätigen Musikern eine breite, viel beachtete Kulturspur an den westlichen Ammersee: Dieses Mal mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791).
Auf zwei Besonderheiten ist Franz Günthner, der die Gesamtleitung inne hatte, zurecht stolz: Einmal gelang es, zwei Konzerte auf einmal zu präsentieren: Das Konzert für Klarinette und Orchester KV 622, und zum anderen das Requiem KV 626, um das sich Anekdoten und Legenden ranken, Mozarts plötzlicher Tod lieferte dafür wohl den Nährboden, Immerhin hatte er erst Anfang Oktober des Jahre 1791 die intensive Arbeit an seinem Requiem begonnen, zeitgleich mit Arbeiten unter anderem an der Zauberflöte. Wohl aus Überlastung, so vermuten Kenner, seien dann in der zweiten Jahreshälfte 1791 Krankheitssymptome aufgetreten, die zum Tode des Komponisten führten. Er konnte bis dahin lediglich Introitus und Kyrie fertig stellen, Acht Sätze lagen in mehr oder minder ausführlichen Entwürfen vor, während Sanctus, Benedictus und Agnus Dei ganz fehlten. Dennoch zeigt sich in de Torso die lange Auseinandersetzung Mozarts mit der Endlichkeit des menschlichen Daseins. Schließlich oblag es Mozartschüler Franz Xaver Süßmayr, das Requiem zu vollenden.

Zum anderen freut sich Günthner über die Chor-Kooperation. Gleich auf Anhieb hätte der Chor des Marienmünsters mit dem Kammerchor Schwabmünchen, den Tobias Drixler leitet, hervorragend funktioniert, was als Bereicherung der Dießener Kirchenmusik verzeichnet werden kann. Drixler Kirchenmusiker in der Pfarrei St Felizitas in Bobingen. Als Organisator und künstlerischer Leiter des Bobinger Musiksommers hat er sich einen Namen gemacht. Auch im Orchester mit Konzertmeister Günther Luderer war die Qualifikation der Musiker bestechend. Die meisten kommen vom Theater und verfügen über erhebliche Erfahrung. Aufgefallen ist in vorderster Front Soloklarinettist Frank Strodel (Foto links oben), dem ein großer Teil des Applauses galt.
Wohl zählt das Mozartrequiem in der dargebotenen Version zu den populärsten Werken geistlicher Musik -dennoch hat es seine faszinierende und ergreifende Klangfülle inmitten der barocken Pracht des Marienmünsters in überaus sensibler Weise entfaltet. Unverwechselbar- wie es eben nur unterm Dießener Himmel geschehen kann. Ein Lob gebührt neben Strodel allen anderen Solisten, wie Kumiko Koike (Sopran), Stephanie Hampl (Alt), Klaus Steppberger (Tenor) und Tyler Duncan (Bariton).
Wer das Konzert versäumte, hat noch einmal die Möglichkeil, das gleiche Programm in der gleichen Besetzung zu genießen: Am kommenden Sonntag,14. November, um 17 Uhr in der Klosterkirche Maria Hilf in KIosterlechfeld. hb.